5. Juni – 24. Juli 2008
Galerie Iris Schuhmacher, Berlin
Christina Giakoumelou gestaltet jenseits aller gängigen Richtungen ihre ganz eigene Weltsicht. Die Konzentration der Foto- und Installationskünstlerin richtet sich auf die sensiblen Themen unseres Daseins: Körper (-wahrnehmung), Vergänglichkeit oder das Lebenselixier Wasser. Sie bearbeitet die Motive dergestalt, dass das Zarte, Zerbrechliche, das allem inne wohnt, hervortritt. So wird unabhängig vom emotionalen Bildgehalt eine Bildwirkung geschaffen, die subtil irritiert und deshalb bleibt. Christina Giakoumelou, die bei Prof. Katherina Sieverding an der UdK in Berlin als Meisterschülerin absolvierte, etabliert mit ihrer künstlerischen Ausdruckskraft eine Ästhetik, jenseits des neuen Realismus, jenseits der Unterkühltheit plakativer Bilder, die an den Künstler als Schöpfer denken lässt.
Galerie Iris Schuhmacher, KUNST DER GEGENWART
Um die Symbolkraft des Wassers (bzw. Blutes) geht es Christina Giakoumelou: Ihre Denk-Anstösse gibt sie in acht Schüsseln. Angefangen bei der Flüssigkeit als Nährstoff, übers Abwaschen von Schande bis zur Verwandlung von Wasser in Wein beim christlichen Abendmahl…
Jutta Feldt, “Meisterschüler fliegen auf den Flügeln der Fantasie”, Berliner Kurier 19.07.2002
17. April – 25. Mai 2003
Galerie Kurt im Hirsch, Berlin
Porphyron ist Griechisch für «purpurrot» und bezeichnet die kostbare Farbe, die seit der Antike den Gewändern von Herrschern vorbehalten war - und die Farbe des Blutes. Beides, Blut und Gewänder, sind in › mels ‹ Ausstellung präsent: Blut als Teil der langen Wandinstallationen aus Flecken und Daten, einem wortlosen Tagebuch von Schicksal, Verletzung, vielleicht Heilung. Blut ist indirekt zugegen in den Kästen einer Sammlung von Insekten, die sich unter dem Auge der Betrachter aus Schmetterlingen in «Butterflies» verwandeln, kleine, medizinische Hähne, mit denen man einen Venenzugang legt.
Unbefleckt und weiß dagegen hängen Kleider von der Decke, auf denen sich die Umrisse von Armen und Torsi abzeichnen, schattige Abdrücke, modernen Röntgenaufnahmen ebenso verwandt wie dem Turiner Grabtuch.
› mel ‹ experimentiert mit ihren Objekten auf der Schnittstelle von Schneiderei und Plastik, von Medizin und Kunst. Indem sie Formen und Materialien aus dem Bereich der Naturwissenschaften entlehnt, schafft sie zwischen den Grenzen der Gattungen wildernde Hybriden.
Hochästhetisch arrangiert und dargeboten, enthüllen sie erst auf den zweiten Blick ihre unheimliche Natur und sprechen von der Verletzlichkeit und Kraft der Körper.
Käthe Wenzel, galerie kurt im hirsch, Berlin
28. April – 5. Juni 2005
Haus Dacheröden, Erfurt
Durchaus ernsten Themen widmete sich › mel ‹, die 140 Erbkrankheiten in Teebeuteln platzierte freilich keine Krankheitskeime, sondern Fundstücke, die Erwachsene als Müll betrachten, Kinder aber oftmals noch als ein Spielzeug sehen, sagte mel. Flaschenstöpsel, Bierdeckel Dinge die Kinder aufgesammelt haben. Was behalte ich, was werfe ich weg, seien die Fragen, die hier dahinter steckten, verriet › mel ‹. Bekommen wir das Kind, trotz einer Behinderung oder treiben wir ab – diese Gedanken sind es, die bei eingehender Beschäftigung mit dem Thema entstehen würden, in der Arbeit “choose (Not)” werden sie visualisiert …
… So abwechslungsreich wie das Haus Dacheröden zeigte sich die gesamte Lange Nacht am vergangenen Freitag die offenbar viel zu kurz war. Immerhin hatten 20 Einrichtungen an der Gestaltung teilgenommen. Und da schien es manchmal nicht einfach, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein… Insgesamt 24.000 Besucher wurden gezählt.
Axel Heyder, “Lange Nacht war viel zu kurz”, Lange Nacht der Museen 20.05.2005
Thüringische Landeszeitung 23.05.05